Unternehmerwissen für Steuerberater & Steuerkanzleien
Wie lange dauert die Jahresabschlusserstellung in Deiner Kanzlei – ab dem Moment, in dem alle Unterlagen vorliegen?
Acht bis zehn Wochen sind keine Seltenheit. Und das liegt selten am fachlichen Aufwand.
Der größte Zeitfresser ist häufig die Chefentscheidung.
In vielen Steuerkanzleien sieht der Ablauf so aus:
Diese Liege- und Wartezeiten summieren sich. Nicht die Bearbeitung selbst bestimmt und verlängert die Durchlaufzeit – sondern fehlendes dokumentiertes Entscheidungswissen.
Das eigentliche Problem ist also nicht das Fachliche, sondern die fehlende Struktur im Wissensmanagement der Kanzlei.
Die entscheidende Frage lautet:
Welche Entscheidungen trifft der Chef eigentlich immer wieder – und warum?
Typische Beispiele:
Viele dieser Entscheidungen sind wiederkehrend.
Aber sie sind selten systematisch dokumentiert.
Das Ergebnis:
Beim nächsten Jahresabschluss beginnt alles von vorne.
Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode ist ein strukturiertes De-Briefing nach Abschluss des Jahresabschlusses.
Das Prinzip ist aus Projektarbeit und Unternehmensberatung bekannt:
Nach Projektende wird reflektiert, welche Entscheidungen getroffen wurden, wo es Verzögerungen gab und was sich optimieren lässt.
Übertragen auf die Steuerkanzlei bedeutet das:
So entsteht dokumentiertes Entscheidungs- und Erfahrungswissen.
Ein wirksames De-Briefing braucht keine 50 Fragen. Wähle Dir aus diesen 10 die für Dich passenden aus oder passe sie an:
Diese Fragen machen sichtbar, wo die Kanzlei Zeit verliert – und wo Entscheidungswissen fehlt.
Wenn diese De-Briefings aufgezeichnet und transkribiert werden, entsteht eine wertvolle Wissensbasis.
Mit KI lassen sich daraus:
Wichtig:
Die KI trifft keine Entscheidungen.
Sie macht vorhandenes Wissen auffindbar und nutzbar.
Beim nächsten Jahresabschluss fragt der Mitarbeitende nicht automatisch den Chef – sondern zuerst das System.
Ein strukturiertes De-Briefing nach jedem Jahresabschluss führt zu:
Statt jedes Jahr neu zu diskutieren, entsteht eine lernende Kanzlei.
Das De-Briefing ist kein zusätzliches Meeting.
Es ist eine Investition in kürzere Durchlaufzeiten, weniger Chef-Abhängigkeit und mehr Klarheit im Team.
Du schaltest Wissen nicht aus Köpfen heraus.
Du schaltest es für die Kanzlei ein.
Und ganz nebenbei reduzierst Du Deinen eigenen Status als Dauer-Flaschenhals. Das ist kein Machtverlust. Das ist Führung auf dem nächsten Level.
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